Grundschule
der Lebenshilfe
Wetzlar-Weilburg e.V.
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Unsere Schule hat den diesjährigen Lina-Muders-Preis
für demokratisches Engagement gewonnen!


(Bild WNZ)

In diesem Jahr hat die Wetzlarer SPD zum sechsten Mal den Lina-
Muders-Preis vergeben. Gemeinsam mit der Wali (Arbeitsloseninitiative im
Lahn-Dill-Kreis) wurden wir von Herrn Bürgermeister Manfred
Wagner ausgezeichnet. Unsere damaligen Schulsprecher Cheyenne
und Jonas haben den Preis am 26. Februar im Wilhelm-Reitz-Haus
entgegen genommen.

Rund 60 Gäste waren der Einladung
der Wetzlarer SPD nachgekommen, um unser Engagement zu würdigen.
In seiner Rede ging der Bürgermeister auf den Lebensweg
der Wetzlarer Arbeiterfrau Lina Muders ein, zu deren Ehren der
Preis ins Leben gerufen wurde. Lina Muders lebte von 1892 - 1977 und
gehörte im dunkelsten Kapitel unserer Geschichte einer
Widerstands-gruppe an. Von 1937 - 1938 war sie in politischer Haft.
Nach dem 2. Weltkrieg war sie 1945 Mitbegründerin der SPD in Wetzlar
und bis 1964 Mitglied des Kreistags. Ihr Engagement galt ebenso der
Arbeiterwohlfahrt, die sie nach 1945 wieder mit aufbaute und lange Jahre
begleitete. Der Preis wird verliehen, um sich ihrer beachtlichen
Lebensleistung zu erinnern und dieser Respekt zu zollen.


Ende des vergangenen Jahres erhielt unsere Schule eine Anfrage
zur Bewerbung für den Lina-Muders-Preis. Daraufhin hatten wir uns mit
der an unserer Schule gelebten demokratischen Komponente für
den Preis beworben.

Daraus stellen wir den nachfolgenden gekürzten Auszug
vor:
Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Kinder auf vielfältige Weise für
Demokratie zu sensibilisieren, um auch die Zeit nach der Grundschule
vorzubereiten. Dazu ist nach unserer Auffassung (gemäß dem
Bildungsplan von 0-10) von hoher Wichtigkeit, demokratische
Strukturen einzuüben. Dies setzen wir u.a. in unserem monatlichen
Kinderrat um, der ein feststehendes Element in unserem Schulleben
bildet. Kinder sollen ritualisiert demokratische Abstimmungsformen
erlernen, um im späteren Leben über Handlungsmuster zu verfügen,
die ihnen das Mitbestimmen in einer Gemeinschaft erleichtern. Die
Schülerinnen und Schüler sollen dabei erkennen, dass auch sie
Verantwortung für das Schulklima tragen. Durch ihre Beiträge sind
Veränderungen möglich; sie sollen lernen, sich in einer Gemeinschaft
frei zu äußern, als auch in anderen Kindern oder Erwachsenen Beistand
zu finden für Vorschläge oder Sorgen. Sie können ihre Ideen zur
Verbesserung einbringen und erfahren deren Umsetzung.

In der Praxis stellt sich dies so dar, dass in den Klassen Listen hängen,
worauf die Kinder im Laufe der Wochen ihre Themen für den Kinderrat
mit Namen eintragen können. Die Schulsprecher, die den Kinderrat moderieren,
nehmen die Listen mit in den Kreis und fragen bei den entsprechenden Kindern ab,
um was genau es sich bei dem betreffenden Punkt handelt. Das
jeweilige Kind kann nun seine Anfrage vorstellen und näher
erläutern. Das Thema wird ausführlich diskutiert, nach Meldung
und Aufruf kann jeder seine Meinung beitragen. Im weiteren Verlauf
ergeben sich Möglichkeiten, über die abgestimmt wird. Die Variante, die
mehrheitlich beschlossen wird, wird in das Protokoll aufgenommen und
im schulischen Alltag umgesetzt. Das Ergebnisprotokoll, das von
einem Kind geschrieben wird (teilweise mit Unterstützung), hängt
für alle sichtbar an der Infotafel bis zum nächsten Kinderrat aus.


Der Ablauf des Kinderrats ist ritualisiert und gibt den Kindern
damit zunehmend Sicherheit für ihre Handlungskonzepte.


Durch die Beteiligung unserer Schülerinnen und Schüler entstehen
Verantwortung und Pflichtgefühl, die im Schulleben täglich umgesetzt
werden. Aus dem Kinderrat entstanden beispielsweise aus
eigener Motivation und Überlegung heraus AG-Vorschläge von den
Kindern, die bereits über ein Jahr erfolgreich unter der Leitung der
entsprechenden Kinder laufen und gerne besucht werden.


Die Kinder erleben, dass ihre Anliegen und Themen ernst
genommen, aufgegriffen und bearbeitet werden - immer auch in
Verbindung mit einer Lösung (Antrag, über den abgestimmt wird)
und beteiligen sich entsprechend aktiv innerhalb der Schulgemeinde.
Unsere Ziele sind, die Kinder in der Grundschulzeit bei Entscheidungen
zu Gunsten der Schule mit einzubinden, ihnen Handlungskompetenzen
in einer Gemeinschaft zu vermitteln und sie zu befähigen,
diese Grundlagen in der Zeit nach der Grundschule weiter auszubauen,
um ihre Lebensräume selbstbestimmt gestalten zu können.


Ein Leben in Vielfalt bereichert alle - in diesem Sinne fühlen wir uns sehr
geehrt und sind hoch erfreut, den Lina-Muders-Preis 2015 erhalten zu
haben.

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31.08.2014 lhww